Angriffsstrategien

“Wie soll ich nur angreifen…?”

Barbar.01

 

Der erfolgreiche Angriff, der beeindruckende 3-Star – das ist es, was uns in CoC zu Ruhm und Ansehen verhilft, den Spaß am Spiel erhält und uns immer weiter machen lässt. Ja, sicher, farming ist toll und die eigene Base auszubauen, bis die Mauern dick und die Geschütze fett sind, hat seinen Reiz. Doch sind wir nicht in diesem Spiel, um zu verteidigen – wir wollen ANGREIFEN und die Herzen unserer Gegner mit Furcht und Entsetzen erfüllen, wenn wir ihnen im Clankrieg unseren Besuch abstatten – ist es nicht so?

Es bleibt jedoch nicht aus, dass wir auf unserem Weg durch die RH-Stationen von Clash of Clans immer wieder ins Zweifeln geraten. Mit steigender Rathausstufe scheint es, als ob wir immer weniger von diesem Spiel verstehen würden, denn die früher so einfach und regelmäßig zu erreichenden 3 Sterne werden immer seltener – und immer häufiger ertappen wir uns dabei, wie wir mit 2 Sternen gegen ein mittelmäßiges TH9 zufrieden sind und den Angriff als “guter 2-Star mit 55+%” abhaken. War es das? Ist damit CoC wirklich zu Ende erzählt?

Nein, natürlich nicht.

Fakt ist, dass das Spiel so ausbalanciert ist, dass ein 3-Star auf JEDER Rathausstufe möglich ist. Bis hin zu RH11 max. Fakt ist aber ebenso, dass die Rathausstufen gleichzeitig den Schwierigkeitsgrad des Spiels darstellen. Ach – das war Euch so nicht bewusst? Nun, leider ist es mit CoC genau wie in jedem anderen Game – je höher das Level, desto schwerer die Gegner.

Rathaus 7 – Motivation durch Selbstläufer

Fangen wir einfach mal bei RH7 an. Sobald ein RH7 seine Drachen freigeschaltet hat, beginnt für den Spieler eine Phase der Dominanz gegenüber seinen Rathaus7-Kollegen. Drachen (vorzugsweise Lv2) sind in der Lage, nahezu jedes beliebige TH7 zu vernichten, 3 Sterne sind praktisch immer drin, sofern man auch nur ansatzweise die richtige Vorgehensweise beim Drachenangriff kennt. Drachenangriffe auf TH7 sind so einfach strukturiert, dass selbst ein unerfahrener (aber gut zuhörender) Spieler nach einer kurzen Angriffsbeschreibung in 3-4 Chat-Beiträgen den Angriff erfolgreich umsetzen kann. Es reicht, die richtige Luftabwehr wegzublitzen und die Drachen an der richtigen Stelle auf die Base loszulassen, der Rest ist dann meistens ein Selbstläufer.

Rathaus 8 – die ersten Probleme

Doch nun erreicht unser Spieler RH8. Frohen Mutes levelt er seine Drachen auf Stufe 3 und glaubt, damit nun vollends unbesiegbar zu sein. Doch auch seine Gegner rüsten auf. Die Bogenschützen sind plötzlich gedopt, die Teslas sind im Starkstrombetrieb und die Luftabwehr Lv6 ist eine verheerende Waffe gegen Drachen. Drachenangriffe werden schwieriger. Noch immer ist auf dieser Stufe ein guter Drachenangriff das Maß aller Dinge, jedoch ist mit “gut” ein viel tieferes Verständnis und Wissen über Drachen und Base-reading verbunden. Wer auf dieser Stufe seine Drachen einfach “reinwirft” und mit Wutzaubern um sich schmeißt, der erreicht mit Drachen nichts mehr. Eine gute Analyse der Base, perfektes Funneling um die Drachen in die richtige Richtung zu steuern – optimales Timing beim Setzen der (richtig ausgesuchten) CB-Truppen – ohne all das sind drei Sterne nicht mehr möglich. Sehr viele Spieler, vor allem junge Spieler unter 18 Jahren, geben bereits an dieser Stelle ihre persönliche Entwicklung auf. Sie haben einfach keine Lust, sich mit ihren Truppen und mit der inneren Mechanik bestimmter Angriffe zu befassen und satteln auf RH8 Ebene bereits auf GoWiPe um. GoWiPe kann 3 Sterne bringen, muss es aber nicht. GoWiPe ist nur schwer durch die ganze Gegnerbase hindurch genau zu planen. Einem GoWiPe sieht man meistens nicht unmittelbar nach dem Setzen der Truppen an, ob er drei Sterne bringt – mit Glück klappt der 3-Star, mit etwas Pech klappt er nicht. Der Grund, warum GoWiPe bei manchen RH8 so beliebt ist, ist ganz einfach: man kann die Schuld für Misserfolge sehr leicht auf die P.E.K.K.A. schieben, oder auf die Base, oder, oder, oder. Einen schlechten Drachenangriff kann man nicht entschuldigen – für einen schlechten GoWiPe hingegen gibt es 1000 Ausreden. Klappt es, ist der Spieler top, klappt es nicht, waren die P.E.K.K.A. schuld. GoWiPe ist die perfekte Zuflucht für Spieler, die sich nicht weiter entwickeln wollen…

Rathaus 9 – alles neu lernen

Irgendwann erreicht man das sexy TH9. Rathaus, Kanonen, X-Bogen, Bogenschützentürme und Mauern – alles wird schwarz und bedrohlich. Sehr beeindruckend – und für viele ein wichtiges Ziel für das Selbstbewusstsein als Clasher. Die meisten Spieler auf dieser Rathausstufe bleiben nun 2-Star Angreifer. Ab und zu gelingt mit GoWiPe noch ein 3er, das tut gut und bringt Anerkennung, doch meist ist da eine große Portion Glück und Zufall im Spiel. Gegen ein starkes RH9 ist mit klassischem RH9-GoWiPe kein 3er mehr möglich. Spätestens hier trennt sich die Spreu vom Weizen unter den Spielern – vor allem was Ihre Persönlichkeit angeht. Denn auf RH9 sind es grundlegend neue Strategien, die für einen 3-Star-Angriff erlernt werden müssen.

LavaLoon in seinen Varianten mit oder ohne Golem und GoHog sind die Standardtaktiken für 3 Sterne auf RH9. Beide Taktiken sind sehr anspruchsvoll. LavaLoon und GoHog erfordern bereits ein großes Verständnis bei der Analyse der feindlichen Base. Der Vorteil der 3-Star Taktiken auf RH9 ist jedoch, dass sie einem sehr klaren und im Prinzip einfachen Schema folgen.

Hat man dieses Schema einmal verstanden und die Durchführung geübt, so kann mann damit fast alle RH9 erfolgreich angreifen. Beide Angriffe erfordern Geschicklichkeit und flinke Finger, denn es müssen in relativ kurzer Zeit viele einzelne Truppen und Zauber angewählt und insbesondere bei den Ballonangriffen sehr präzise gesetzt werden. Gute Analyse, gute Planung, schnelles und präzises Setzen der Truppen, das ist weit mehr, als man bei einem Drachenangriff tun muss. Es gibt nur wenige Spieler die sich dieser Herausforderung konsequent stellen. Viele versuchen es, geben aber zu früh auf. Man hört oft “Ich hab GoLaLoon (z.B.) auch schon probiert, aber das liegt mir nicht! Ich komm mit GoWiPe besser zurecht…” – diese Spieler waren einfach nicht ehrgeizig (und Frust-resistent) genug, sich durch wochenlanges Training und Dutzende von Fehlversuchen zu quälen, um das Gespür und die Erfahrung für diese hochkomplexen und kniffligen Angriffe zu entwickeln. Leider, denn sie bleiben in ihrer Entwicklung einfach stehen und werden nie die Freuden und Glücksgefühle eines 3-Star durch einen extrem kniffligen Angriff gegen ein fettes RH9 erleben. 3-Star Angreifer auf der Stufe RH9 sind so etwas wie die heimlichen “Stars” im Spiel – jeder bewundert ihre Angriffe und sehr oft sind sie es, die in einem Clankrieg die entscheidenden Sterne holen. Wer möchte nicht so sein? Aber der Weg auf diese Stufe technischer Perfektion ist lang und steinig, niemand bekommt auf diesem Level den Erfolg geschenkt.

Rathaus 10 – die Formel1 der Trainingsfleißigen

Denn irgendwann ist auch das RH9 max und die Frage nach dem Aufstieg in die Königsklasse brennt immer mehr unter den Nägeln. Wie weit die Helden leveln? Wirklich alle Mauern auf Lv10 machen?

Die Entscheidung, ob und wann man auf RH10 geht, lässt sich nicht an der Anzahl der fertigen Mauern Lv10 oder dem Level der Helden fest machen. Es ist vor allem eine Frage der kämpferischen Reife. RH10 ist auch für 2-Star-Angreifer kein einfaches Pflaster, nicht selten gelingt auch dies nicht und ein Angriff endet mit einer traurigen “Null” im CK. Doch von einem RH10 kann und wird im CK auch regelmäßig verlangt werden, dass er wenigstens “nach unten”, also gegen feindliche RH9 fehlende Sterne holt. Doch wie soll ein RH10 gegen ein voll ausgebautes RH9 drei Sterne holen, wenn es sich als RH9er die technischen Grundlagen dafür nicht erarbeitet hat? Der P.E.K.K.A. Lv5 wird es nicht richten – die erhoffte Schlagkraft des violetten Blecheimers wird weit überschätzt und ist nicht selten kaum mehr als heiße Luft.

Das RH10 steht für 3-Star Spieler ganz im Zeichen der Hybridangriffe – also der kombinierten Angriffe. Es gibt auf RH10 keine einzige Angriffstaktik mehr, die als “Einzelstrategie” einen 3-Star bringen kann, sieht man von den Ausnahmen ab, die durch fehlerhaftes Basedesign oder stark gerushte Bases beim Gegner verursacht werden. Auf TH10 sind Angriffe meistens eine Kombination aus verschiedenen Angriffsstilen, sehr oft ist der Kernangriff der Queenwalk, um den herum ein GoHog, ein LavaLoon oder ein GoWiVal geplant wird. Ein 3-Star gegen ein starkes oder gar maxRH10 ist und bleibt eine Ausnahmeerscheinung, vor allem im CK. Spieler, die solche Angriffe erfolgreich ausführen können, sind selten und selbst bei denen, die sich mit den grundsätzlichen Taktiken auskennen, klappt nicht immer alles. Es ist von CoC ganz offensichtlich gewollt, dass der 3-Star gegen maxRH10 ein echtes Highlight für jeden ist – aber dennoch sollte dies der Anspruch für jeden ernsthaften Clasher an sich selbst sein.

Kombinierte Angriffe, die auch gegen voll ausgebaute RH9 der erfolgreichste Weg zum 3-Star sind, erfordern vor allem eines: Erfahrung. Denn ein Kombiangriff aus zwei oder drei Teilen erfordert zunächst das Wissen um die Funktion und Durchführung der einzelnen Angriffsteile, ebenso wie die Erfahrung, wie man sie miteinander verknüpft. Den Unterschied zwischen einem 3-Star auf ein RH9 und einem 3-Star auf ein RH10 kann man vielleicht folgendermaßen beschreiben: auf RH9 ist es vor allem eine Frage der technischen Ausführung, auf RH10 kommt zu der geforderten Technik auch die Erfahrung bei der Analyse der gegnerischen Base und der Planung der einzelnen Angriffsabschnitte dazu.

Ein 3-Star gegen ein RH10 oder ein maximal schwieriges RH9 ist vergleichbar mit einer Runde in einem Formel1-Rennwagen: Selbst wenn uns Sebastian Vettel höchstpersönlich ein ausführliches Tutorial über den Stadtkurs in Monaco schreibt – mit allen Bremspunkten, allen wichtigen Passagen, welcher Gang in welchem Streckenteil und so weiter, und so weiter – werden wir trotzdem in der Lage sein, auch nur eine einzige schnelle Runde ohne Crash zu bewältigen? Wohl kaum.

Es erfordert mehr, als nur das Wissen über Truppenkombis und Einstiegspunkte eines Angriffs. Es reicht nicht, nur die richtige Stelle für den Sprungzauber zu kennen. Es erfordert – wie mit einem Rennwagen – unzählige Trainingsrunden. Man muss die Leistungsfähigkeit seiner Truppen exakt einschätzen können, man muss ihre Laufwege auch im Inneren der Base (nicht nur beim Einstieg) voraussehen und beeinflussen können, muss die Base (also die “Strecke”) lesen lernen, muss wissen welche Truppen und welche Zauber an welcher Stelle gebraucht werden, um die geforderte (Teil-)Aufgabe zu erfüllen (z.B. Infernotürme ausschalten), das Timing berücksichtigen und das Handling verinnerlicht haben. Wer gegen ein maximal hochgerüstetes RH9 oder gar ein maximales RH10 einen 3-Star versuchen will, der muss gelernt haben, seine Truppen am absoluten Limit zu bewegen. Dieses Limit zu kennen, diese Erfahrung zu besitzen – das geht nur über Training, Training, Training – und Analyse der Fails! Fails sind das wichtigste Lerninstrument überhaupt. Niemand sollte sich für Trainingsfails schämen! Aus Fails lernt man am meisten und wer lernen will, der sollte im Clanchat vor allem seine Fehlversuche teilen und sie gemeinsam mit den erfahrenen Kollegen analysieren. Erfahrung kann man nicht durch nur gelegentlich mitgemachte CKs sammeln. Wer täglich nur mit Farmingtruppen unterwegs ist und sich nur zu den CKs die Ausbildung von Luxustruppen leistet, um dann im Chat nach einem “Tipp für die Nummer XY?” zu fragen – der wird das volle Potenzial seiner Angriffe vermutlich niemals erreichen.

Deswegen ist das Ziel aller Angriffsleitfäden auf dieser Seite vor allem, Euch die Grundlagen der verschiedenen Angriffsstile zu vermitteln und die schwerwiegendsten Fehler zu vermeiden. Anhand dieser Leitfäden könnt ihr schneller lernen erfolgreich anzugreifen, indem die grundlegende innere Mechanik eines Angriffs verständlich gemacht werden soll und die wichtigsten Elemente darin aufgezeigt werden – aber ihr werdet nicht allein durch das Lesen dieser Seiten beim nächsten Angriff perfekt sein. Noch nicht mal annähernd. Das Ziel dieser Leitfäden ist es, dass ihr beim Erlernen einer neuen Taktik nicht 150, sondern nur 50 Trainingsangriffe benötigt, bis es richtig gut klappt…aber diese 50 Trainingsrunden müsst ihr fahren, daran führt kein Weg vorbei.

Lesen bildet – aber Übung macht den Meister!